- Medizinische Grundlagen - elektromagnetischer Felder und Wellen
- Auswirkungen auf biologische Systeme
- Natürliche und viele künstliche Quellen erzeugen elektromagnetische Energie in Form von elektromagnetischen Wellen. Diese Wellen bestehen aus elektrischen oder magnetischen Schwingungsfeldern, die mit biologischen Systemen wie Zellen, Pflanzen, Tieren oder Menschen in unterschiedlicher Form interagieren. Für ein besseres Verständnis dieser Wechselwirkungen ist die Kenntnis der physikalischen Auswirkungen auf Biosysteme wie Mensch und Tier eine wesentliche Voraussetzung,
Elektromagnetische Wellen werden durch ihre Wellenlänge bzw. Frequenz und durch ihre Komponenten elektrisches Feld (E-Feld) und magnetischen Feld (H-Feld) charakterisiert. Aus dem Produkt des E-Feldes und des H-Feldes ergibt sich die Leistungsdichte in Watt pro Quadratmeter. Dieser Leistungsdichte und der Frequenz proportional ist die Energie der Photonen, aus denen letztlich die elektromagnetische Welle besteht.
Die Energie in jedem Photon ist direkt proportional zur Frequenz der Welle: Je höher die Frequenz, desto größer die Energiemenge in jedem Photon. Welchen Einfluss elektromagnetische Wellen auf biologische Systeme haben, wird durch die Feldstärke, durch die Energiemenge in jedem Photon, durch die Expositionsdauer und der Resonanz von Sender und Empfänger bestimmt.
Ionisierende Strahlungen sind extrem hochfrequente elektromagnetische Strahlen (Röntgen- und Gammastrahlen), deren Energie groß genug ist, um eine Ionisierung zu erzeugen (d.h. um positive und negative elektrisch geladene Atome oder Molekülteilchen zu schaffen), indem sie die atomaren Bindungen aufbrechen, welche die Moleküle in den Zellen zusammenhalten.
Nicht-ionisierende Strahlen (NIS) des elektromagnetischen Spektrums haben eine zu schwache Photonenenergie, um atomare Bindungen aufzubrechen. Selbst hochintensive NIS können keine Ionisierung in einem biologischen System hervorrufen. Doch hat sich gezeigt, dass NIS die Bindungsenergie soweit schwächen kann, dass Krebspromotoren wie z.B. Zellgifte eine leichtere Arbeit haben DNS- Brüche herbeizuführen. Ferner können auch andere biologische Effekte bewirken kann, wie z.B. durch Erhitzen, durch Veränderung chemischer Reaktionen oder durch Induzierung elektrischer Ströme.
Elektromagnetische Wellen können biologische Wirkungen verursachen, die oft in Befindlichkeitsstörungen zu suchen sind. Sie lösen aber niemals direkt Krankheiten aus. Bei einem entsprechendem Langzeiteinfluss kann es aber zu einer Schwächung der Immunabwehr kommen, die immer nachteilige Folgen für die Gesundheit hat.
Dabei ist es wichtig, zwischen den Begriffen biologische Wirkung und gesundheitliche Störung zu unterscheiden:
- biologische Wirkung tritt auf, wenn es durch Einwirkung elektromagnetischer Wellen zu merkbaren oder erkennbaren physiologischen Veränderungen im biologischen System kommt.
- Eine gesundheitliche Störung tritt auf, wenn die biologische Wirkung über das im Normalfall vom Körper auszugleichende Maß hinausgeht und dadurch sich eine Erkrankung manifestiert.
Manche biologischen Wirkungen können harmlos sein, wie z. B. die Reaktion des Körpers auf steigende Blutzufuhr in der Haut als Reaktion auf leicht zunehmende Erwärmung durch die Sonne. Manche Auswirkungen können vorteilhaft sein, wie das Gefühl von Wärme durch direkte Sonneneinstrahlung an einem kalten Tag, oder können positive Effekte für die Gesundheit besitzen, wie etwa die Rolle der Sonne bei der Erzeugung von Vitamin D durch den Körper. Manche biologische Auswirkungen führen jedoch zu gesundheitsschädlichen Folgen, etwa in Form von durch Sonnenbrand bedingte Schmerzen oder Hautkrebs. So different natürliche Einflüsse sind, so different sind auch technische Einflüsse auf unsere Gesundheit.
Allgemeine Symptomatik: Die oft gestellte Frage, ob denn durch Feldeinflüsse hervorgerufene Symptome bestimmten Erkrankungen zugeordnet werden können, muß eindeutig mit nein beantwortet werden. >Nein< deshalb, weil Feldstärken unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte keine unmittelbare medizinische Wirkung zeigen, sondern sich in allgemeinen Befindlichkeitsstörungen äußern, die gewöhnlich auch privaten oder arbeitsplatzbedingten Stress-Belastungen zugeordnet werden können. Erst nach Jahren oder meist sogar nach 1 bis 2 Jahrzehnten der Belastung entgleist das Biosystem "Mensch" und ist am Ende seiner Ausgleichsfähigkeit angelangt. Dann können sogar schwere, irreparable Störungen auftreten.
Auch ist es kaum möglich, medizinische Befunde bestimmten Feldarten oder Feldstärkewerten zuzuordnen, man kann aber von einem einheitlichen Reaktionsmuster des menschlichen Körpers auf physikalische Belastungen sprechen. Dies ist bei feldinduzierten Belastungen nicht anders als bei chemischen oder mechanischen Noxen. Der menschliche Körper reagiert mit drei chronologisch ablaufenden, oft ineinander übergehenden Zuständen auf Belastung durch Felder und Wellen. Das Muster nach dem biologische Belastungen ablaufen ist:
Belästigung - Beeinträchtigung - Schädigung
-
|
Phase I
|
-> Belästigung
|
=> Befindlichkeitsstörung (Streß)
|
|
Phase II
|
-> Beeinträchtigung
|
=> Symptom
|
|
Phase III
|
-> Schädigung
|
=> Erkrankung
|
Phase I stellt für den Körper eine Belästigung dar. Er regiert auf die Belastung mit Befindlichkeitsstörungen und Stresszeichen wie: allgemeine Schwächegefühle, Nervosität, Gereiztheit, Konzentrationsschwäche, Appetitlosigkeit, Antiebslosigkeit, Lernschwäche, Libidoverlust, stark schwankende emotionelle Gefühlslagen, Ein- und Durchschlafstörungen so wie weiteren vegetativen Störungen. Bei Kindern ist ferner häufig auch Bettnässen bis ins Teenager-Alter und teilweise extrem gesteigerter Bewegungsdrang (= hyperkinetisches Syndrom) anzutreffen.
- Phase II bedeutet für den Körper eine Beeinträchtigung. Er reagiert auf die jetzt noch immer bestehende Belastung mit deutlichen Störungen körperlicher Art wie: gesteigerte Infektanfälligkeit, Kopfschmerzen, Migräneanfälle, Verdauungsbeschwerden, allergische Reaktionen, Nervenstörungen, Kreislaufbeschwerden und sonstigen noch unterschwelligen Stoffwechselentgleisungen.
- Phase III bedeutet für den Körper den Ausbruch einer Erkrankung, die anfänglich meist reversibler Natur ist und irgendwann im Stadium einer irreversiblen Erkrankung endet. Das gesamte Spektrum medizinischer Erkrankungen spiegelt sich in diesem Abschnitt wieder.
Nächtliche Feldbelastungen können erhebliche gesundheitliche Störungen auslösen. An diesem Punkt muss deutlich darauf hin gewiesen werden, dass für einen Körper stark differente Belastungszustände auftreten, je nachdem ob die Feldbelastungen tagsüber oder nachts während der Ruhephase auftreten. Empirische Untersuchungen des Arbeitskreis Elektro-Biologie e.V. (AEB) haben ergeben, dass sich eine nächtliche Feldbelastung bis zu 100 mal negativer auf Biosysteme auswirken kann, als tagsüber. Warum das so ist entzieht sich unserer genauen Kenntnis, wird aber von vielen Baubiologen, Umweltfachärzten und Heilpraktikern bestätigt.
Schlafplatzuntersuchungen die der Arbeitskreis Elektro-Biologie e.V. in den Jahren 92 bis 97 erstellt hat, zeigen interessante Ergebnisse. Die Auswertung von 106 Schlafplatzuntersuchungen aus dem Arbeitskreis Elektro-Biologie e.V. zeigt, dass eine beachtliche Verbesserung der Symptomatik erzielt werden konnte, nachdem die niederfrequenten Feldbelastungen unter die Schwelle für biologische Richtwerte gesenkt wurde. Je nach Phase stellen sich die Ergebnisse wie folgt dar:
|
Phase I -> 63 Fälle
|
|
- Beseitigung der Symptomatik bei
|
52 % der Fälle
|
|
- Besserung der Symptomatik bei
|
29 % der Fälle
|
|
- keine Veränderung bei der Symptomatik bei
|
19 % der Fälle
|
|
Phase II -> 34 Fälle
|
|
- Beseitigung der Beschwerden bei
|
44 % der Fälle
|
|
- Besserung der Beschwerden bei
|
32 %der Fälle
|
|
- keine Veränderung der Beschwerden bei
|
24 % der Fälle
|
|
Phase III -> 9 Fälle
|
|
- Beseitigung der Beschwerden bei
|
0 % der Fälle
|
|
- Besserung der Beschwerden bei
|
89 % der Fälle
|
|
- keine Veränderung der Beschwerden bei
|
11 % der Fälle
|
Eine Auswertung nach statistischen Gesichtpunkten war nicht möglich. Erstens ist die Fallzahl viel zu klein um signifikante Ergebnisse zu erzielen. Zweitens sind zwischen Phase I und Phase II in einigen Fällen Überschneidungen gegeben, die eine sichere Zuordnung in die entsprechende Gruppe stark erschwert. Drittens beruhen die Beschwerdebilder bzw. Symptomschilderungen auf Patientenaussagen und nicht auf diagnostischen Erhebungen. Viertens schwankte der Zeitraum der Schlafplatz-Kontrolluntersuchungen sehr stark, nämlich zwischen 4 Wochen und 13 Monaten.
Erstverschlimmerung und Spontanbesserung: eine Erfahrung aus 10 Jahren Schlafplatzuntersuchung ist, dass die Symptomatik nach Beseitigung der Feldbelastung zwischen Phase I/II und Phase III völlig konträr ausfällt. Nach erfolgreicher Schlafplatzsanierung - nur solche Fälle wurden bewertet - stellte sich bei Phase I/II eine sogenannte Erstverschlimmerung ein, so wie sie auch manchmal bei Verabreichung von Homöopathika festzustellen ist.
In Phase I und II haben sich die Beschwerden der Patienten erst einmal verstärkt. Dieser Zustand erstreckt sich über eine Dauer von 10 bis 14 Tagen. Anschließend verschwinden die Symptome gänzlich innerhalb 1 bis 2 Tagen. In Einzelfällen kann dieser Prozess auch mal einige Tage länger dauern. Der Patient oder Kunde ist unbedingt auf diesen Umstand hinzuweisen, da er sich sonst unnötige Ängste um seinen Gesundheitszustand macht. Man erlebt, dass Patienten die gerade durchgeführte Schlafplatzsanierung wieder rückgängig machen wollten, weil Sie niemand auf diesen Umstand hingewiesen hatte. Es handelt sich dabei eindeutig um körperliche Entzugserscheinungen, vergleichbar dem Alkohol- oder Drogenentzug. Lediglich die Abhängigkeit wie bei stofflichen Substanzen ist nicht vorhanden. Diese "Entzugsphase" sollte ohne medikamentöse Unterstützung überstanden werden. Die Meidung von Nikotin und Alkohol beschleunigt die Umstellung und lindert die Beschwerden. Auch diverse medizinische Ausleitungstherapien bewirken eine rasche Besserung.
In Phase III verspüren die Patienten immer eine spontane, meist starke Verbesserung ihrer Beschwerden. Leider war diese Spontanverbesserung nur von kurzer Dauer, da durch die Schwere der Erkrankung der Krankheitsprozess selbst irreversibel geworden war
|
Solange eine feldinduzierte Erkrankung noch nicht einen irreversiblen Zustand erreicht hat, kann durch eine Beseitigung der Ursachen, in unserem Fall der Feld- oder Strahlungsbelastung, geholfen werden.
|
Das Internationale EMF-Projekt der Weltgesundheitsorganisation (WHO) befasst sich mit allen maßgeblichen Auswirkungen von Feldern auf die menschliche Gesundheit. Besondere Berücksichtigung finden dabei sowohl Hochfrequenz (HF)- und Mikrowellenfelder als auch extrem niederfrequente Felder (ELF) und statische elektrische und magnetische Felder. All diese Felder des elektromagnetischen Spektrums können die verschiedenartigsten biologischen Wirkungen erzeugen, die wiederum Folgen für die Gesundheit haben können.
Belastungen durch statische Felder
Elektrostatische Felder haben ausschließlich eine indirekte Wirkung, da sie primär nicht in den Körper eindringen. Lang anhaltende elektrostatische Felder können in Räumen mit ausgeprägter Staubelastung (z.B. Schlafräume mit Teppichböden) eine gravierende Staubverfrachtung hervorrufen. Ferner bilden Mikrostaubpartikel hervorragende Kondensationskeime für Sauerstoffmoleküle. Der Sauerstoff wird in einem Großion gebunden und steht dann für den Gasaustausch in der Lunge und einer Oxygenierung des Blutes nicht mehr zur Verfügung.
Magnetostatische Felder können ebenfalls eine starke Belastung darstellen. Sie besitzen innerhalb und außerhalb des Körpers praktisch die gleiche Stärke. Statische Magnetfelder von hoher Intensität können zu einer Veränderung der Durchblutung oder der normalen Nervenimpulse führen, kommen jedoch in solchen Feldstärken im täglichen Leben selten vor. Allerdings liegen derzeit nur unzureichende Informationen über die Auswirkungen von Langzeit-Expositionen im Hinblick auf statische Magnetfelder am Arbeitsplatz vor.
Das Erdmagnetfeld hat in Mitteleuropa eine durchschnittliche Feldstärke von 45 µT. Wenn am Schlafplatz kleinzellige Magnetfelder z.B. durch vormagnetisierte Eisenteile (wie z.B. Federkernmatratze) auftreten, können sich erhebliche Verzerrungen der Erdmagnetfeldes ergeben So hat der Lautsprechermagnet einer Stereoanlage die vieltausendfache Feldstärke gegenüber dem lokalen Erdmagnetfeld.
Belastungen durch niederfrequente Felder
Niederfrequente elektrische Felder erzeugen im Körper einen Verschiebungstrom - besonders der Bereich zwischen 5 Hz und 2 kHz - der von der örtlichen Feldstärke und den Potentialverhältnissen der im Feldbereich befindlichen Person bestimmt wird. Ferner spielen bei der Verschiebungsstromdichte der Widerstand des Körpergewebes noch eine wichtige Rolle.
Die entstehenden Körperströme erzeugen können Gewebezellen in Nerven oder Muskeln unterschwellig stimulieren. Elektrische Ströme treten im Körper aber auch als normaler Teil der physiologischen Reaktionen in Verbindung mit dem normalen Lebensprozess auf. Wenn die durch NF-Felder hervorgerufenen Ströme dieses Grundniveau im Körper signifikant übersteigen, kann es zu negativen Folgen für die Gesundheit kommen.
Niederfrequente Magnetfelder erzeugen im Körper einen Wirbelstrom, der ausschließlich von der Feldstärke und der Frequenz abhängig ist. Bei steigender Frequenz nimmt die induktive Kraft zu. Der Widerstand der Körpergewebes spielt dabei keine Rolle.
Die zahlreichen Kommunikationsprozesse im Körper, die ein Teil des Lebensprozesses sind, führen im Gewebe zu "Grund-" Strömen und Feldern von etwa 10 mA/m2. Induzierte Stromdichten von über 100 mA/m2 können die Normalfunktion des Körpers beeinträchtigen und zu ungewollten Muskelkontraktionen führen.
Belastungen durch hochfrequente Felder
Hochfrequente Wellen haben zwei Wirkmechanismen. Die thermische Wirkung und die athermische Wirkung. Die thermische Wirkung geschieht durch Energieabsorption. Die athermische Wirkung beruht auf dem Resonanzprinzip und einer merkwürdigen Empfindlichkeit für digitale Signale. Warum digitale Signale biologische Systeme viel besser ansprechen als analoge Signale ist zur Zeit noch nicht bekannt. Diese Wirkung wird aber für wissenschaftliche Zwecke bereits ausgenützt.
HF-Felder mit einer Frequenz unter 1 MHz erzeugen primär elektrische Ladungen und Ströme, die Gewebezellen in Nerven oder Muskeln stimulieren können. Elektrische Ströme treten im Körper – wie schon ausgeführt - auch als normaler Teil der physiologischen Reaktionen in Verbindung mit dem normalen Lebensprozess statt. Wenn die durch HF-Felder hervorgerufenen Ströme dieses Grundniveau im Körper signifikant übersteigen, kann es zu negativen Folgen für die Gesundheit kommen.
HF-Felder unter 1 MHz führen weniger zu einer Erwärmung, sie bewirken, vielmehr eine Induktion elektrischer Ströme und Felder im Gewebe, die als Stromdichte in Ampere pro Quadratmeter (A/m2) gemessen werden. Die Stromdichte ist die dosimetrische Größe für HF-Felder mit Frequenz von unter 1 MHz.
HF-Felder zwischen 1 MHz und 10 GHz dringen in exponierte Gewebe ein und erwärmen diese durch Energieabsorption. Wie tief das HF-Feld in das Gewebe eindringt, hängt von dessen Frequenz ab. Bei niedrigen Frequenzen ist die Eindringtiefe größer.
Die Energieabsorption durch HF Felder im Gewebe wird als spezifische Absorptionsrate (SAR) innerhalb einer bestimmten Gewebemasse bestimmt. Die Einheit für die spezifische Absorptionsrate ist Watt pro Kilogramm (W/kg). SAR ist die grundlegende dosimetrische Größe für HF-Felder zwischen etwa 1 MHz und 10 GHz.
Um bei Personen, die HF Feldern in diesem Frequenzbereich ausgesetzt sind, gesundheitliche Schäden hervorzurufen, ist eine spezifische Absorptionsrate von mindestens 4 W/kg erforderlich. Solche Energien treten im Bereich von Dutzenden Metern um leistungsstarke, auf hohen Türmen befindlichen FM-Antennen auf und sind somit für den Menschen unzugänglich.
HF Felder über 10 GHz werden an der Hautoberfläche absorbiert, wobei nur ein sehr geringer Teil der Energie in das darunterliegende Gewebe eindringt.
Die grundlegende dosimetrische Grundgröße für HF-Felder über 10 GHz ist die Intensität des Feldes gemessen als Leistungsdichte in Watt pro Quadratmeter (W/m2) bzw. für schwache Felder in Milliwatt pro Quadratmeter (mW/m2) oder Mikowatt pro Quadratmeter (µW/m2).
Zu gesundheitlichen Schäden wie grauem Star oder Hautverbrennungen kommt es durch Einwirkung von HF-Feldern über 10 GHz erst bei einer Leistungsdichte von über 1000 W/m2. Eine solche Leistungsdichte kommt im normalen Alltagsleben nicht vor. Sie treten jedoch in unmittelbarer Nähe von leistungsstarken Radargeräten auf. Nach den derzeitigen Schutzempfehlungen ist es nicht zulässig, daß der Mensch, sich in diesen Bereichen aufhält.
Die meisten – erforschten - negativen gesundheitlichen Auswirkungen, die durch den Einfluss von HF Feldern im Bereich zwischen 1 MHz und 10 GHz entstehen können, entsprechen der Reaktion auf eine induzierte
Erwärmung, die zu einer Erhöhung der Gewebs- oder Körpertemperatur um mehr als 1°C führt.
- Eine im Körpergewebe induzierte Erwärmung kann verschiedene physiologische und thermoregulatorische Reaktionen auslösen. So kann etwa die Fähigkeit, geistige oder körperliche Aufgaben zu verrichten, mit zunehmender Körpertemperatur abnehmen. Berichten zufolge kommt es zu ähnlichen Auswirkungen bei Personen, die einer übermäßigen Belastung durch Hitzeeinwirkung ausgesetzt sind, wie sie etwa bei manchen Berufen oder bei länger anhaltendem Fieber vorkommt.
- Induzierte Erwärmung kann die Entwicklung des Fötus beeinträchtigen. Zu Geburtsschäden kommt es erst dann, wenn die Temperatur des Fötus über mehrere Stunden um 2-3°C erhöht wird. Induzierte Erwärmung kann auch die Fruchtbarkeit des Mannes beeinträchtigen und zur Linsentrübung (grauer Star) führen.
- In diesem Zusammenhang muss betont werden, dass die meisten HF-Studien bei Frequenzen über 1 MHz, die Auswirkungen einer akuten Belastung durch starke HF-Felder untersucht haben, d.h. Intensitäten denen der Mensch im Alltag für gewöhnlich gar nicht ausgesetzt ist.
- Belastung durch HF Felder und Krebserkrankungen: Nach schulmedizinischem Verständnis und bisherigen wissenschaftlichen Untersuchungen ist es unwahrscheinlich, dass durch die Belastung mit HF-Feldern Krebserkrankungen ausgelöst werden. Leider ist der Langzeiteinfluss dieser Felder ist bei weitem noch nicht genügend untersucht worden, um die immer wieder auftauchenden Verdachtsmomente zu entkräften.
Viele epidemiologische (die menschliche Gesundheit betreffende) Studien haben sich mit möglichen Zusammenhängen zwischen HF- Exposition und erhöhtem Krebsrisiko befasst. Derzeit reichen die aus diesen Studien gewonnenen Daten für eine taugliche Bewertung des Krebsrisikos beim Menschen infolge von HF-Belastungen aufgrund der Inkonsistenz der Ergebnisse dieser Untersuchungen noch nicht aus. Die Gründe dafür sind Unterschiede im Studiendesign, in der Durchführung und Auswertung der Studien sowie im Hinblick auf die Frage, welche Populationen einer nennenswerten HF-Belastung ausgesetzt sind und wie eine solche Belastung retrospektiv zu bewerten ist. Das Internationale EMF-Projekt unterstützt eine koordinierte Forschungstätigkeit in diesem Bereich.
Belastungen durch schwache, für eine merkbare Erwärmung nicht ausreichende HF-Felder sollen Berichten zufolge die elektrische Aktivität in den Gehirnen von Katzen und Kaninchen durch eine Veränderung der Kalziumionen-Mobilität beeinflussen. Derartige Effekte wurden auch an isolierten Geweben und in Zellen berichtet. Andere Studien haben ergeben, dass HF-Felder die Geschwindigkeit der Zellproliferation sowie die Enzymaktivität verändern oder die Gene der Zell-DNS beeinflussen. Diese Wirkungen sind jedoch noch nicht gut bestätigt und man weiß auch noch nicht genug über ihre Implikationen für die menschliche Gesundheit, um damit Expositionsbeschränkungen beim Menschen zu begründen.
Elektromagnetische Interferenzen und andere Wechselwirkungen: z.B. mit Umweltgiften
Mobil-Telefone können wie viele andere elektronische Geräte des täglichen Gebrauchs elektromagnetische Interferenzen in anderen Elektrogeräten erzeugen. Aus diesem Grund ist beim Umgang mit Mobiltelefonen in der Umgebung empfindlicher elektromedizinischer Geräte, wie sie auf Intensivstationen von Krankenhäusern zum Einsatz kommen, Vorsicht geboten. Mobiltelefone können in seltenen Fällen auch bei anderen medizinischen Apparaten wie Herzschrittmachern oder Hörgeräten Interferenzen verursachen. Den Benutzern solcher Geräte wird empfohlen, einen Umweltfacharzt zu konsultieren.
Öffentlichkeit: Die meisten in der Umwelt vorkommenden HF-Felder werden durch kommerzielle Radio- und TV-Sender und durch Telekommunikationsanlagen verursacht. Die HF-Belastung durch Telekommunikationsanlagen ist im allgemeinen geringer als jene durch Rundfunk- und Fernsehsendeanlagen. Aus einer in den USA durchgeführten Studie geht hervor. dass in größeren Städten die durchschnittliche Hintergrundstrahlung etwa 50 µW/m2 beträgt. Rund 1 % der Bevölkerung lebt in Großstädten mit HF-Feldern von mehr als 10 mW/m2. Höhere HF-Feldkonzentrationen können in der Nähe von Kurz- und Mittelwelle-Sendern oder Radaranlagen auftreten.
Studien:
Verschiedene Studien deuten darauf hin, daß bereits eine sehr schwache HF-Exposition bei entsprechender Expositionsdauer negative gesundheitliche Folgen wie Krebs oder Gedächtnisverlust haben kann. Die Aufnahme und Förderung einer koordinierten Forschungstätigkeit im Hinblick auf diese noch offenen Fragen zählt zu den wichtigsten Zielen im Rahmen des internationalen EMF- Projektes.
Niederfrequente (ELF) elektrische und magnetische Felder: Der Wirkmechanismus dieser Felder erklärt die aufgetretenen gesundheitlichen Folgen noch nicht hinreichend. Deshalb aber eine Nichtwirkung anzumehmen ist unzulässig. In der Biologie und Medizin gilt: das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.
Einige Untersuchungen deuten darauf hin, dass ein Zusammenhang zwischen einer Belastung durch geringe Intensitäten solcher Felder und einer erhöhten Häufigkeit von Kinderkrebserkrankungen oder anderen gesundheitlichen Folgen besteht. Aus vielen anderen Studien geht dies aber nicht hervor. Das Internationale EMF-Projekt empfiehlt deshalb, mehr spezifische Forschungen im Interesse einer besseren Einschätzung der Gesundheitsrisiken durchzuführen.
|